Bundestag beschließt Teilung der Maklercourtage

Bundestag beschließt Teilung der Maklercourtage

 

Welche Gebäudearten betrifft die Neuregelung „Teilung der Maklercourtage“?

Die Neuregelung über die Teilung der Maklercourtage betrifft Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser (auch diese mit Einliegerwohnungen).

 

Wen betrifft die Neuregelung „Teilung der Maklercourtage“?

Die Neuregelung gilt nur für Verbraucher (Privatpersonen).

Handelt der Erwerber hingegen gewerblich kann die Provision weiterhin frei verhandelt werden.

 

Wann tritt die Neuregelung „Teilung der Maklercourtage“ in Kraft?

Am 14.05.2020 wurde der Gesetzentwurf vom Bundestag dem Bundesrat vorgelegt. Unter der Voraussetzung, dass der Bundesrat gegenüber dem Bundestag keine Einsprüche erhebt, tritt das Gesetz 6 Monate nach Unterzeichnung durch den Bundespräsidenten und Verkündung im Bundesgesetzblatt in Kraft.

 

Wie gestaltet sich die „Neuregelung „Teilung der Maklercourtage“ konkret?

Zur Vereinfachung der Darstellung orientieren wir uns an den in Baden – Württemberg geltenden Richtlinien von 3,57 % Provision inkl. gesetzl. MwSt. vom Käufer, sowie auch vom Verkäufer.

 

So müsste das dann in der Praxis aussehen

Der Verkäufer beauftragt einen Makler mit dem Verkauf seines z.B. 1 Familien Hauses

Verkäufer und Immobilienmakler müssen jetzt vertraglich vereinbaren ob die Provision alleinig vom Verkäufer übernommen wird oder ob eine Teilung der Provision gewünscht ist.

Zahlt die Provision alleine der Verkäufer, muss das Recht zur Doppeltätigkeit des Immobilienmaklers ausgeschlossen werden. Mit dem Käufer darf also kein weiterer Vertrag geschlossen werden.

 

Wünscht der Verkäufer hingegen die Teilung der Provision, muss im Vertrag des Verkäufers eine Gesamtprovision von z.B. 7,14 % inkl. gesetzl. MwSt. festgeschrieben werden.

Diese wiederum gilt es dann den Parteien hälftig auszuweisen und in Rechnung zu stellen.

 

Wer also weiter mit dem leidigen Marketingspruch „Für den Verkäufer provisionsfrei“ wirbt, der arbeitet am Ende für beide Parteien umsonst!

 

Mein persönliches Fazit

Abgesehen der Tatsache, dass es bei diesem Entwurf meiner Meinung nach noch ein paar Fragezeichen gibt, welche es zu konkretisieren gilt, begrüße ich dieses Gesetz.

Der Auftraggeber wird offenkundig mit Bezahlung einer geforderten Dienstleistung konfrontiert.

Der Makler wiederum ist gefordert den Mehrwert durch seine Dienstleistung so heraus zu arbeiten, dass der Kunde selbst entscheiden kann, ob und wie viel ihm diese Wert ist.

All diejenigen, die in den vergangenen Jahren in Bezug auf ihre Notwendigkeit außer dem plumpen Hauptsatz „Für den Verkäufer provisionsfrei“ kein Argument hatten, müssen ihre Strategie spätestens jetzt überdenken oder verschwinden vom Markt!

Alles in allem erwarte und erhoffe ich mir durch die Erlassung dieses Gesetztes einen steigenden Qualitätsanspruch gegenüber Immobilienmaklern und damit der gesamten Branche.

 

Fragen oder Anregungen?

>>Kontaktieren Sie mich

 

Ihr Immobilienmakler aus Friedrichshafen

AMR IMMOBILIEN

 

Autor:

Alexander Richter

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